ab 6. November 2011
Das 10jährige Bestehen des Vereins feierten die Hobby - Künstler aus Zehdenick mit einer Ausstellungeröffnung.

Das Herbstlaub hatte am Sonntag den Marktplatz bunt gemalt. Doch die Farben, die dem Besucher in der Dachetage über der Sparkasse, der guten Stube der Zehdenicker Hobbykünstler, entgegen leuchteten, waren unvergleichlich intensiver.

Schon auf dem Treppenabsatz vor dem Entre begrüßten zwei in sich ruhende, sehr farbige Katzportraits in unterschiedlicher Maltechnik die Kunstfreunde, die um 15 Uhr die Treppen zur Ausstellungseröffnung empor stiegen. Nahezu alle 19 Vereinsmitglieder waren anwesend und nahezu alle hatten zur Jubiläumsausstellung den Raum mit einem Werk dekoriert. Meist waren es Gemälde, alte, aber auch gerade erst entstandene.
 
Das neueste Vereinsmitglied, die gelernte Liebenwalder Landwirtin Barbara Lützkendorf, seit 2005 Schnitzkünstlerin mit der Motorsäge, hatte neben ihrem Katzenportrait in eine Raumecke eine Holzschale und eine große Holzeule gestellt.

An einer Tür prangte einen meterlange Laudatio in Versform von Elfi Klepsch, der Mutter des Kunstvereins.
Sie war es auch, die Grußbotschaften vortrug, die dem Verein zum Jubiläum geschickt worden waren. Darunter von Luise Reinhold-Richter und Hans Reinhold, die ihre Bewunderung für die Zehdenicker auch selbst hätten vortragen können. Sie waren aus Berlin-Pankow angereist. Als "Mitglieder ehrenhalber" würden sie sich glücklich schätzen, so eng mit den Hobbykünstlern und ihren hoch geschätzten Arbeiten verbunden zu sein.
 
"Früher musste man unsere Künstler überreden, ihre Werke auszustellen. Das hat sich inzwischen geändert. Wir haben uns einen Namen gemacht und sind weit über die Havelstadt hinaus bekannt geworden, ob in Gransee, Oranienburg, Templin, Berlin, Taiwan oder in den USA. Dennoch waren wir nicht sicher, wie viele Hobbykünstler sich an unserer Jubiläumsausstellung beteiligen würden. Das Resultat ist beeindruckend", sagte die Vorsitzende Petra Schier bei ihrer Begrüßung.

Dann reflektierte sie über eine immer wieder gestellte Frage, ob es Kunst sei, was die Hobbykünstler machen. Petra Schier schlussfolgerte, dass es kein Kriterium für Kunst sein kann, ob man sie als Hobby oder als Beruf betreibe.
"Frei nach Picasso", zähle einzig und allein die Tatsache, ob das Kunstwerk zum wirklichen Medium zwischen Künstler und Betrachter werde, ob es in unserer Seele etwas zum Klinken bringe, so dass sie unter dem Staub des Alltags lebendig bleibe. Deshalb würden alle Mitglieder es als Aufgabe ansehen, sich und andere immer wieder zu künstlerischem Tun anzuregen und zur Beschäftigung mit der Kunst zu ermutigen.
Das ist dem Kunstverein seit der Gründung am 12. Oktober 2001 in den Räumen von Elfi Klepsch gut gelungen. Mindestens 100 Ausstellungen, viele Lesungen, Konzerte und Workshops haben sie veranstaltet.
Die meisten Künstler malten, zeichneten, schrieben schon vor ihrer Mitgliedschaft, doch das Miteinander bereicherte alle und ließ sie künstlerisch wachsen, obwohl sie oft schmunzelnd sagen: "Der Kunstverein ist nur eine andere Art Malkurs."

[ Margot Schöning ]
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