22. Juli 2007
Lesung Ernst Röhl
Ernst Röhl ist nicht nur eine bekennende Glatze und Ostdeutscher, sondern - jedenfalls äußerlich - ein Rundkopf. Und doch ist der langjährige Redakteur und jetzige Autor des Eulenspiegel-Verlags in seinem Leben schon oft angeeckt, wie man der Ankündigung seiner Lesung bei den Kunstfreunden Zehdenick entnehmen konnte.
Umso gespannter war ich heute auf die Lesung - und wurde nicht enttäuscht.

Ernst Röhl ist ein bekannter Autor. Dies und die Hoffnung auf einen humoristischen Nachmittag zog dann auch ca. 80 Zuhörer in die an diesem Nachmittag viel zu kleine Galerie der Hobbykünstler, die auch noch den letzten wackeligen Stuhl hervorkramen mussten, um jedem Gast einen Platz anbieten zu können.

Nach kurzer Einleitung von Petra Schier, der Vereinsvorsitzenden, legte Ernst Röhl auch schon los. Knapp anderthalb Stunden lang schoss er Gag auf Pointe gegen Ossi, Wessi, Land und Leute, gegen Politik und ihre Macher. Kurzgeschichten aus seinem 2006 erschienenen Buch "Einigkeit und recht viel Freizeit" und dem Kultbuch "Der Ostler, das unbekannte Wesen" wechselten mit Anekdoten und Witzchen.
Gut, dass der Autor bestens bei Stimme war, sonst hätte man ihn oft nicht mehr unter dem Gelächter der Zuhörer verstanden.

Und so verflog die Zeit und hinterließ angefütterte Menschen, die - so schien es - nur noch eins im Sinn hatten: Wenn ich Ernst Röhl nicht in die Schrankwand stellen kann, dann wenigstens ein Buch von ihm.
Mit mir wird so mancher Zuhörer am Ende gehofft haben, Ernst Röhl möge wiederkommen. Dass er es tun wird, hat er jedenfalls versprochen.

[ Harald Hillebrand ]
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