20. März - 1. Mai 2016
Postgebäude
Ein Streifzug durch das alte Zehdenick
Sie sind ein wenig aus der Mode gekommen im Zeitalter von SMS und E-Mail - die Postkarten.
Immer zur Winter- und zur Sommerferienzeit hatten sie noch bis vor wenigen Jahren gute Konjunktur und füllten handbeschrieben private Briefkästen.
Helioblaue Himmel überspannten traumhaft schöne Strände, sagenhafte Bergwelten oder berühmte Städte dieser Welt. Manche kamen auch aus Zehdenick.

Im Besinnen der Stadt auf seine 800-jährige Geschichte eröffnete am Sonntag der Verein Kunstfreude Zehdenick e.V. in seiner Galerie eine besondere Fotoschau: "Zehdenick in alten Ansichten".
Motive aus der Blütezeit der Havelstadt zierten Postkarten vor etwa hundert Jahren:
Das alte Rathaus auf dem Markt, der Gasthof "Deutsches Haus" Neuhof-Zehdenick, die Klosterruine, Havelansichten, das Restaurant "Stadtforsthaus" ...

Das zeitgeschichtliche Material, das leise vom damaligen Leben der Zehdenicker erzählt, stammt aus den umfangreichen Sammlungen von Dieter Lüninghake und dem Stadthistoriker Ulrich Drewin (75).

Zur Eröffnung bestaunten gut 70 Besucher die historischen Aufnahmen, die im A3-Format präsentiert wurden.
Ulrich Drewin
 
 
Angeregt hatte das Projekt Stadtarchivarin Margitta Gatzke. Sie erzählte Vereinschefin Petra Schier von einer großen historischen Postkartensammlung, die gerade vom Chronisten Heinz Schmal katalogisiert würde. Sie stamme aus dem Nachlass des einstigen Zehdenickers Lüninghake. Dessen Erbin Ursula Wächter wäre es recht, wenn es zu einer Ausstellung käme.
Damit war der Anstoß gegeben. Ein fleißiger Praktikant namens Samuel Nix hat die Aufnahmen eingescannt und Fotokopien erstellt, die Kunstfreunde rahmten das Material und hängten die üppige Präsentation. Eine gelungene Gemeinschaftsarbeit.
Elfi Klepsch als Augusta Mann
Zur Ausstellungseröffnung wurden alte Schlager intoniert. Elfi Klepsch trat in der Robe der einstigen Bürgermeisterfrau Augusta Mann auf und nahm die Besucherschar mit auf einen symbolischen Spaziergang durch das Zehdenick von einst, in dem es z.B. über 50 Gaststätten gab. Heute kaum mehr vorstellbar.

Die inspirierende Ausstellung kann noch bis 1. Mai in der Galerie an der Marktstraße 15 in Augenschein genommen werden.

Am 17. April, 14 Uhr, wird übrigens Stadthistoriker Ulrich Drewin in der Ausstellung einen Vortrag über die besagten 50 Gaststätten des historischen Zehdenicks halten.

[ Text: Petra Elsner; Fotos: Lutz Reinhardt ]
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